Gerstenkorn am Auge

Bakterien sind die Hauptursache für die Entstehung eines Gerstenkorns am Auge.
Bakterien sind die Hauptursache für die Entstehung eines Gerstenkorns am Auge.

Ein Gerstenkorn (lat. Hordeolum) ist eine akute bakterielle Entzündung einer oder mehrerer Lidranddrüsen. Sie kommt in der Bevölkerung häufig vor, tritt beim individuellen Patienten aber nur sporadisch auf.

Kann bei einem Betroffenen ein gehäuftes Vorkommen von Gerstenkörnern, eine sogenannte Hordeolose, beobachtet werden, ist dringend eine Abklärung auf eine Grunderkrankung angezeigt.

Bakterien als Auslöser
Gerstenkörner entstehen bevorzugt in einer Situation, in der das Immunsystem geschwächt ist. Die verursachenden Bakterien, meist Staphylokokken oder Streptokokken, haben leichter die Möglichkeit, die Lidranddrüsen zu befallen und sich zu vermehren.

Weitere Informationen unter Ursachen eines Gerstenkorns.

Gerstenkorn Behandlung

Behandelt wird ein Gerstenkorn nur, wenn Komplikationen auftreten oder wenn der Betroffene den natürlichen Krankheitsverlauf nicht abwarten kann oder möchte. Die Therapiemöglichkeiten sind vielfältig und reichen von schulmedizinischer Behandlung mit rezeptpflichtigen Präparaten und Antibiotika über Homöopathie bis zu Hausmitteln aller Art.

Einsatz von Antibiotika

Um die krankheitsverursachenden Bakterien direkt zu bekämpfen, setzt der Augenarzt ein Antibiotikum ein. Bei einem Gerstenkorn wird oft der Wirkstoff Gentamicin angewendet. Die Behandlung erfolgt lokal am Auge, mit Augentropfen am Tag und Augensalbe in der Nacht.

Trockene Wärme hilft

Unterstützend ist eine Wärmetherapie mit einer Rotlichtlampe sehr wirksam, um durch die trockene Wärme den Krankheitsverlauf voranzutreiben und den Abszess schneller reifen zu lassen.

Homöopathische Mittel als Unterstützung

Die Homöopathie bietet den Patienten ebenfalls verschiedene Mittel in unterschiedlichen Darreichungsformen. Globuli helfen systemisch dem gesamten Organismus, während Augentropfen und Augensalben lokal ihre Wirkung entfalten.

Verwendung von Hausmitteln

Weniger untersucht und in der Wirkweise verstanden sind Hausmittel, die bereits über Generationen weitergegeben werden. Trotzdem können auch diese bei einem Gerstenkorn angewendet werden und durchaus verschiedene Symptome lindern.

Auf feuchte Wärme verzichten

Von feuchtwarmen Umschlägen ist dringend abzuraten, auch in Verbindung mit Kamille. Die feuchte Wärme begünstigt die Ausbreitung der Bakterien am Auge und weiter in die das Auge umgebenden Strukturen wie das Gehirn.

Immunsystem stärken

Generell profitiert der Betroffene von einem intakten Immunsystem, das auf verschiedene Weisen gestärkt werden kann. Gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf, Sport und die Vermeidung von Stress sind hier einige wichtige Eckpunkte.

Ausführliche Informationen zu medikamentöse Behandlung | Homöopathie | Hausmittel

Gerstenkorn Symptome

Eine beginnende Entzündung äußert sich meist durch folgende Symptome:

  • Schwellung und Rötung des betroffenen Augenlids
  • Schmerz
  • Juckreiz
  • leichtes Krankheitsgefühl

Weiterführende Informationen finden Sie unter dem Menüpunkt Gerstenkorn Symptome

Bei einem unkomplizierten, typischen Verlauf bildet das Immunsystem einen minimalen Abszess (Eiteransammlung, Eiterpickel), der sich nach durchschnittlich fünf Tagen spontan entleert. Im Anschluss folgt die Heilung der kleinen Wunde. Treten keine Komplikationen auf, ist eine ärztliche Therapie nicht unbedingt notwendig. Zur schnelleren Genesung und Verhinderung der Ausbreitung am Auge sowie zur Minimierung des Ansteckungsrisikos kann eine Antibiotika-Therapie durchgeführt werden.

Inneres und äußeres Gerstenkorn

Das Gerstenkorn liegt in zwei unterschiedlichen Formen vor. Häufiger tritt das Hordeolum externum auf, das gut sichtbar an der Lidkante imponiert und durch die Infektion der Zeis- oder der Moll-Drüsen entsteht. Das Hordeolum internum steht mit der Meibom-Drüse in Verbindung und wird durch seine schlecht einsehbare Lage meist vom Augenarzt diagnostiziert. Dieser kann das Lid umklappen (ektropionieren) und das innere Gerstenkorn damit sichtbar machen. Das Hordeolum internum wird oft von einer starken Mitreaktion der Bindehaut begleitet, die bis zu einer entsprechenden Lymphknotenschwellung im Abflussgebiet des Auges gehen kann.

Augenlid und Augendrüsen

Augenlid – Aufbau und Funktion

Das Augenlid ist im Grunde genommen eine dünne Falte, die aus Muskulatur, Haut, Drüsen und Bindegewebe zusammengesetzt ist. Sie begrenzt die Augenhöhle (Orbita) nach vorne und sorgt für den Schutz des sehr empfindlichen Auges vor Licht, Staub und Schmutz, Fremdkörpern und Krankheitserregern. Der Lidschlussreflex wird bei vermeintlicher Gefahr ausgelöst und bewirkt ein extrem schnelles Schließen des Auges. Zusätzlich ist die Befeuchtung der Augenoberfläche eine Aufgabe des Augenlids. Durch den wiederholten Lidschluss, das Blinzeln, wird die Tränenflüssigkeit auf der Oberfläche des Augapfels verteilt und Hornhaut und Bindehaut werden mit einem Flüssigkeitsfilm überzogen. Der Film schützt besonders die empfindliche Hornhaut vor dem Austrocknen.

Augendrüsen – Aufbau und Funktion

Das Augenlid arbeitet mit den Augendrüsen zusammen. Das Auge verfügt über verschiedene Arten von Drüsen. Die Zeis-Drüsen sind kleine vereinzelte Talgdrüsen des Augenlids. Der Talg, den sie produzieren, trägt zur Befeuchtung des Auges und zum Gleichgewicht der Tränenflüssigkeit bei. Die Moll-Drüsen oder Wimperndrüsen liegen am Lidrand und münden in die Haarbälge der Wimpern. Die Meibom-Drüsen (Tarsaldrüsen) liegen auf der Innenseite des Augenlids und produzieren ein öliges Sekret, das die Verdunstung der Tränenflüssigkeit hemmt. Die Tränenflüssigkeit selbst wird in der Tränendrüse produziert und über kleine Ausführungsgänge zum Auge geleitet. Die Tränendrüse liegt dem Auge benachbart innerhalb der Augenhöhle.