Symptome eines Gerstenkorns erkennen

Ein Gerstenkorn betrifft viele Menschen irgendwann in ihrem Leben einmal und äußert sich durch folgende Symptome am Auge:

  • Rötung
  • Druckschmerz
  • Juckreiz
  • Schwellung des Augenlids
  • kleine knotenförmige Eiteramsammlung

Rötung und Schwellung des Augenlids

Das betroffene Auge zeigt Symptome wie Rötungen und eine starke Schwellung.
Das betroffene Auge zeigt Symptome wie Rötungen und eine starke Schwellung.

Das erste Symptom wird durch die sich ausbreitende Entzündung der betroffenen Augendrüse verursacht.

Das gesamte Augenlid kann dabei gerötet sein und anschwellen. Am deutlichsten erkennbar ist die Schwellung in der Region um die erkrankte Drüse.

Schmerzen und Juckreiz

Ein Fremdkörpergefühl tritt auf, das sich rasch zu Druckschmerz steigert und von einem unangenehmen Juckreiz begleitet sein kann. Handelt es sich um ein inneres Gerstenkorn, kann fühlbarer Druck auf die Horn- und Bindehaut entstehen.

Nicht ins Auge fassen
Ganz wichtig ist es, auf keinen Fall am Auge zu kratzen. Im schlimmsten Fall bewirkt das Kratzen eine Verschleppung der Infektion und die Bakterien greifen auf das gesamte Auge und die Augenhöhle über. Sogar das Gehirn kann als benachbartes Organ in die Infektion einbezogen werden. Aus diesem Grund ist auch der Versuch, das Gerstenkorn auszudrücken, absolut tabu.

Es gibt verschiedene Hausmittel (siehe Hausmittel) und homöopathische Medikamente, die Schmerzen und Juckreiz lindern oder ganz abklingen lassen.

Eiterbildung

Nach der ersten Phase der Entzündung, mit Rötung und Schwellung, folgt die Phase der Eiterbildung. Im Krankheitsverlauf kapselt sich die Entzündung in Form des Gerstenkorns ab und die Schwellung des Augenlids reduziert sich langsam. Die Schmerzen und der Juckreiz lassen etwas nach.

Nach etwa 5 Tagen entleert sich das Gerstenkorn
Es dauert im Durchschnitt etwa fünf Tage, bis sich der eitrige Inhalt des Gerstenkornes von selbst entleert. Wie bereits erwähnt, sollte der Betroffene nicht versuchen, das Gerstenkorn auszudrücken. Öffnet sich das Gerstenkorn nicht von allein, kann der Augenarzt mit einem kleinen Schnitt nachhelfen. Bei dem Krankheitsbild des äußeren Gerstenkorns kann der Betroffene den Verlauf der Erkrankung und die Entleerung des Eiters gut beobachten. Liegt ein inneres Gerstenkorn vor, ist gegebenenfalls eine Kontrolle durch den Augenarzt erforderlich, der das Augenlid umklappt, um einen besseren Blick auf die infizierte Drüse zu erhalten.

Allgemeinzustand des Patienten

Ein Gerstenkorn ist eine lokale Erkrankung. Trotzdem kann sich der Betroffene in den ersten Tagen etwas unwohl oder krank fühlen. Fieber ist dabei nicht typisch für das Gerstenkorn selbst, kann aber im Rahmen einer akuten systemischen Erkrankung durchaus auftreten. Gegebenenfalls muss das Fieber ärztlich abgeklärt werden. Wer sich in dieser Zeit schont, findet rasch wieder zu seinem
unbeeinträchtigten Allgemeinzustand zurück.

Hagelkorn, Bindehautentzündung oder Augenlidentzündung?

Ein Gerstenkorn bietet ein recht typisches Krankheitsbild. Dennoch sind sich viele Menschen in ihrer Selbstdiagnose unsicher, da diese spezielle bakterielle Infektion beim gesunden, einzelnen Betroffenen selten auftritt. Drei sehr ähnliche Differenzialdiagnosen sorgen für Verwirrung.

Betroffener mit einem Hagelkorn
Betroffener mit einem Hagelkorn

Hagelkorn
Das Hagelkorn, in der Augenheilkunde auch Chalazion genannt, ist die chronische Entzündung einer Meibom-Drüse. Es entsteht auf der Grundlage eines verstopften Drüsenausführungsganges. Es kann sich auch aus einem inneren Gerstenkorn entwickeln. Im Gegensatz zum Gerstenkorn ist das Hagelkorn sehr derb, nicht verschiebbar und nicht schmerzhaft.

Bindehautentzündung
Eine Bindehautentzündung kann ebenfalls mit einem Gerstenkorn im Anfangsstadium verwechselt werden. Ihr fehlt aber die Lokalisierung und auch die Rötung der gesamten Bindehaut deutet in eine andere Richtung.

Augenlidentzündung
Die dritte Differenzialdiagnose nennt sich Blepharitis (Augenlidentzündung). Die Funktion der Meibom-Drüsen ist hier gestört. Der Abfluss des Drüsensekrets wird behindert und der pH-Wert des Tränenmilieus fällt deutlich. An den Ausführungsgängen können gelbliche Pröpfe beobachtet werden. Ein Eiterpickel, wie beim Verlauf des Gerstenkorns vorhanden, fehlt.

Bei genauer Betrachtung des vorliegenden Krankheitsbildes können sowohl der Augenarzt als auch der Patient relativ gut diagnostizieren, ob ein Gerstenkorn vorliegt oder eine ähnliche Erkrankung.

Ansteckungsgefahr bei Gerstenkorn

Auf Hygiene achten
Ein Gerstenkorn ist eine bakterielle Infektion durch Staphylococcus aureus, andere Staphylokokken oder Streptokokken. Mit diesen Bakterien hat sich der Betroffene angesteckt, was bedeutet, dass er auch zur Infektionsquelle werden kann. Der Weg, auf dem Bakterien am häufigsten übertragen werden, geht über die Hände. Daher ist bei Betroffenen, die an einem Gerstenkorn leiden, sehr genau auf die Hygiene zu achten.

Bakterien können auf gesundes Auge übertragen werden
Regelmäßiges Händewaschen ist unumgänglich. Die infizierte Stelle am Auge fasst der Patient am besten gar nicht an. Auch der Versuch, das Gerstenkorn auszudrücken, kann gefährlich werden und den Heilungsprozess ungünstig beeinflussen. Es entsteht dabei außerdem die Möglichkeit, die Bakterien mit den Händen auf das eigene gesunde Auge oder auf andere Menschen zu übertragen. Wird das Gerstenkorn mit antibiotischen Augentropfen oder einer antibiotischen Augensalbe behandelt, ist die Gefahr der Ansteckung nach circa 48 Stunden nur noch sehr gering. Das erkrankte Auge vorsorglich mit einer sterilen Kompresse oder einer Augenklappe abzudecken, ist im Normalfall nicht nötig. Die Vermeidung von Kontakt der Bakterien mit den Händen ist als Vorsorge ausreichend.